Social Media Update 2016

Die Forum Film Mediengesellschaft, eine 100% Tochter des HDF KINO e.V., lud auch in diesem Jahr wieder zum Filmtheaterkongress KINO 2016 ein. Erstmalig fand die Veranstaltung nun in Karlsruhe statt und bot wie auch schon in den Jahren zuvor neben dem mehrtägigen Kongress auch eine begleitende Fachmesse und Filmpräsentationen. Neben Trends und Zukunftsthemen standen auch Workshops und Seminare auf dem Programm.

KINO 2016

Gerold Marks (Digitale Leinwand.de), der in den letzten Jahren hervorragende Vorträge zu den Themen „Social Media Update“ und „Anzeigen auf Facebook, Google und Twitter“ übernommen hatte, war in diesem Jahr leider verhindert, und bat mich, den Vortrag und den Workshop zu übernehmen.

Grundlagen zu Netzwerken und Zielgruppen

Zunächst wurden die Grundlagen der verschiedenen sozialen Medien betrachtet.

Welche Netzwerke haben sich in den letzten Jahren verstärkt welchen Nutzern oder auch welchen Zwecken zugewandt. Macht es für mein Unternehmen überhaupt Sinn in jedem der Netzwerke vertreten zu sein? Oder sollte ich mich für mein Unternehmen erst einmal auf ein bestimmtes oder eine Auswahl von Netzwerken beschränken?

Am deutlichsten dürfte diese Betrachtung wohl für Facebook ausfallen: Dieses soziale Netzwerk startete ursprünglich mit dem Anliegen, sich besser mit seinen Mit-Studenten verknüpfen und austauschen zu können. Dieser Gedanke breitete sich schnell auch auf den Freundes- und schließlich auch den Bekanntenkreis aus. Inzwischen ist von diesem ursprünglichen Anliegen allerdings nur noch der Verknüpfungsgedanke übrig geblieben. Statt dessen haben Marketing- und Werbebotschafter sowie Content Produzenten das Ruder an sich gerissen und befüllen heutzutage überwiegend die Timelines der Nutzer. In einer Infografik, die im Auftrag von Staples erstellt wurde, wird Facebook deshalb als „Business-to-consumer products + services“ Möglichkeit angepriesen.

Twitter hingegen hat sich besonders im Bereich (Event-)Berichterstattung hervorgetan. Meist verbreiten sich Nachrichten von Vorfällen aber auch von Veranstaltungen über Twitter bereits wenige Sekunden nach dem Geschehen, wodurch die Emfpänger einen gewissen Aktualitätsvorteil gegenüber anderen sozialen Netzwerken erfahren – vorausgesetzt sie folgen den „richtigen“ Benutzerprofilen oder haben ein Auge auf Twitter-Trends.

Auf Google+ tauschen sich angeblich nur noch SEO-Fuzzis aus. Das lässt sich nicht so einfach verallgemeinern und selbst wenn, sollte man sich einmal fragen, warum gerade diese Nutzergruppe dort so zahlreich vertreten ist. Es könnte wohl etwas mit Suchmaschinenoptimierung im Allgemeinen zu tun haben.

Analyse und Zielsetzung

  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Warum sind sie hier?
  • Was sollen sie machen?

 

Ein wichtiger Bestandteil neben den Betrachtungen der Netzwerke und ihrer Nutzer ist es, sich ausführliche Gedanken über die Gruppe an Menschen zu machen, die man mit seinen Informationen erreichen will. Nur wenn man sich über diese zu erreichenden Menschen im klaren ist, kann man auch passende Netzwerke und Wege finden diese zu erreichen.

Daraus folgt dann eine Planung und Vorbereitung der Inhalte. Um nicht den Überblick über die eigenen Inhalte zu verlieren, ist es ratsam, sich entweder ein entsprechendes Planungstool (z. B. eine einfache Excel-Tabelle mit allen Daten und Inhaltsbeschreibungen) anzufertigen, oder aber auf fertige Tools zurückzugreifen. Hier gibt es kostenlose und auch kostenpflichtige Varianten, die man mit einer schnellen Suche im Internet nach Schlagworten wie „Redaktionsplan“ und „Social Media“ schnell auffinden kann.

Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle unter anderem ein Template der Agentur Sinnwert Marketing mit dem Titel „Social Media Redaktionsplan“. Es handelt sich dabei um eine Excel-Tabelle für das gesamte Jahr 2016. Jede Zeile steht dabei für einen Tag und für viele Tage sind bereits wichtige Informationen zu diesem Tag eingetragen (Tag der Märchen, Tag der Erde, etc.).

Darüber hinaus stehen Spalten zur Verfügung, durch die man den eigenen Content einordnen und besser beschreiben kann, der an eben jenem Tag veröffentlicht werden soll. Man kann dort auch Medien und Autoren benennen, die für den Beitrag eingesetzt werden sollen und im Anschluß gibt es sogar Spalten, in denen man Zahlen für die Verbreitung eintragen kann. Auf diese Weise sammelt man in einer Tabelle auch gleich manuell statistische Daten darüber, wie gut welche Beiträge bei der Zielgruppe angekommen sind.

Berücksichtigung zunehmender Mobilität

Statista: Facebooks mobile Nutzer

Auch die Nutzung mobiler Endgeräte liefert bei der Betrachtung der sozialen Netzwerke ein wichtiges Indiz für die eigene Zielgruppe. In dieser Grafik zeigt Statista, wie sich Facebooks Nutzer (derzeit 1.591 Millionen, Stand: 28.01.2016) auf die Kategorien „Nur Mobil“, „Mobil + Desktop“ und „Nur Desktop“ aufteilen. Wie man dem Diagramm sehr gut entnehmen kann, hat der Wert für rein mobile Nutzung in den letzten Jahren enorm zugelegt, während die Anzahl der reinen Desktop-Nutzer stetig weniger werden.

Hieraus lässt sich zumindest für Facebook schließen, dass auch die Inhalte für mobile Endgeräte angepasst sein sollten, um die größtmögliche Zielgruppe zu erreichen.

Beispiele mobiler Netzwerke und Anwendungsarten

Zwar steigen die Nutzerzahlen von Facebook nach deren eigenen Aussagen immer weiter an, aber die Faktenkontor GmbH hat ihrem Social Media Atlas 2015/16 die Überschrift „Facebookdämmerung“ verpasst. Für den Atlas wurden 2.817 Nutzer unter anderem dazu befragt, inwiefern sie die aufgeführten Social Media-Angebote in ihrer Freizeit nutzen – unterschieden nach aktiver und passiver Nutzung.

Auf dem ersten Platz dieser Auswertung landet YouTube mit insgesamt 88%, wobei sich 74% von den Videos einfach nur passiv berieseln lassen und nur 14% auch Kommentare schreiben, liken oder auch eigene Inhalte einstellen. (12 % gaben an YouTube gar nicht zu nutzen).

Facebook folgt mit 87% immerhin schon auf Platz 2. Jedoch sind auch hier nur gerade mal doppelt so viele (34%) der Befragten auch aktiv unterwegs, während 53% angaben, sich von den Posts in ihrer Timeline nur passiv berieseln zu lassen. (13% gaben an Facebook gar nicht zu nutzen).

Den dritten Platz belegt mit 76% Whatsapp. Hier sind es wirklich erstaunliche 65% der Befragten, die Whatspp aktiv nutzen, während nur 11% die App passiv einsetzen. (24% gaben an Whatsapp gar nicht zu benutzen).

Zwar wurde Whatsapp 2014 für 19 Mrd. Dollar von Facebook gekauft, aber bislang läuft das Netzwerk noch immer eigenständig und größtenteils unbeeinflusst von Facebook weiter. Der große Anteil aktiver Nutzer ist mit großer Sicherheit auch darauf zurückzuführen, dass man in diesem Netzwerk (ähnlich wie früher auf Facebook) mit seinen Freunden, der Familie und mit Bekannten schnell und einfach Nachrichten, Fotos und Videos austauschen kann.

Aufgrund der großen Beliebtheit von Whatsapp, gibt es inzwischen auch einige Anbieter, die einen Zusatzdienst für Whatsapp realisieren, den sogenannten Broadcast Service. Dabei kann ein Unternehmen einen Whatsapp-Account erstellen, der von anderen Whatsapp-Nutzern abonniert werden kann. Sendet das Unternehmen nun eine Broadcast Message, so erhalten alle Abonnenten diese Nachricht in ihrer App und können darauf zum Beispiel auch direkt antworten.

Snapchat ist in der Liste noch etwas abgeschlagen auf Platz 14 zu finden. Dennoch erfreut sich gerade diese App zunehmender Begeisterung bei heutigen Nutzern. Ob dies unbedingt daran liegt, dass veröffentlichte Messages (Text, Bild und Video sind möglich) automatisch nach 24h nicht mehr (ohne zu bezahlen!) aufrufbar sind, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.

Snapchat Logo

Vielmehr empfindet ein Großteil der Teilnehmer die veröffentlichten Nachricht auf Snapchat (zur Zeit noch!) als besonders authentisch und deswegen als besonders positives Erlebnis. Wer also ein wenig mit der Exklusivität seiner veröffentlichten Inhalte „spielen“ und gleichzeitig eine junge Nutzergemeinschaft antreffen will, ist sicher auch mit Snapchat bestens zufrieden.

Auch Netzwerke und Dienste wie Periscope, Instagram oder Pinterest werden zunehmend immer bedeutsamer und bieten unterschiedlichste Möglichkeiten, um mit der eigenen Zielgruppe in Kontakt zu kommen.

Und schließlich darf man auch Facebooks Ankündigungen und aktuelle Umsetzungen zum Beispiel zu Canvas (Ads), Instant Articles oder auch Chat Bots für den FB Messenger nicht aus diesem Social Media Update ausschließen – ganz im Gegenteil.

Werkzeuge zur ständigen Analyse

Analyse-Werkzeuge für die Arbeit im Umgang mit Social Media gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Hootsuite ist dabei sicher noch eines der Bekanntesten, das einem auch direkt bei der Kommunikation behilflich ist.

Eine reine Analyse kann man aber unter anderem mit dem Werkzeug namens Cyfe durchführen. Die Vorteile von Cyfe sind die Verbindung der analytischen Auswertung von Kernmetriken sozialer Netzwerke in Verbindung mit den Metriken von Werbenetzwerken. Es bietet sich also besonders für diejenigen an, die nicht nur die Entwicklung der Verbreitung und Interaktion ihrer Inhalte nachvollziehen wollen, sondern die gleichzeitig sehen wollen, welche Leistungen ihre Werbeausgaben für Google-, Facebook-, Instagram- oder Twitteranzeigen in diesem Zusammenhang erbringen.

Download

Hier können Sie die Folien zu meinem Vortrag „Social Media Update 2016“ auf der Kino 2016 als PDF herunterladen.

Der Download ist bis zum 20. Mai 2016 möglich und wird danach deaktiviert.

Habe ich Ihr Interesse geweckt?

Anmerkungen?!

Der Hauptfokus des Vortrags lag auf der Anwendbar- und Umsetzbarkeit für Kinobesitzer, -betreiber und Personen, die in diesem Umfeld arbeiten.

Wer etwas ergänzen oder korrigieren möchte, oder wer Lob oder Tadel loswerden will, schreibt dies bitte wie immer in einem Kommentar.

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