Die letzten Zeilen des Romans sind geschrieben und die Veröffentlichung steht kurz bevor. Während sich das Gefühl unendlicher Freude über das erlangte Ziel noch im ganzen Körper, im Raum und in der Umgebung ausbreitet, tauchen plötzlich die ersten Fragen nach dem „Und nun?“ auf. Sie richten sich weniger danach, ob man noch einen weiteren Roman schreiben sollte. Es geht vielmehr darum, was man bewerkstelligen kann, um in den Tiefen des Ozeans der veröffentlichten Bücher gefunden und herausgefischt zu werden.

Sicher denken nun einige „Ich poste einfach einen Link zu meinem neuen Buch auf Facebook und Twitter. Das werden meine Freunde dann schon sehen…“, aber reicht das allein tatsächlich aus? Facebook und Twitter sind dabei hilfreich, schnell Nachrichten „unter das Volk“ zu bringen. Aber so schnell wie der Beitrag/Link veröffentlicht wurde, so schnell ist er in der Chronik der Freunde auch schon wieder unten aus dem Bildschirm heraus geströmt, raus aus dem Fokus und damit zurück in die Tiefen des Ozeans.

Was kann in diesen unruhigen Gewässern einen besseren, einen sichereren Hafen bieten? Es ist die eigene Autoren-Webseite. Warum? Das zeigen die folgenden 5 guten Gründe.

Anmerkung:

Dieser Artikel erschien bereits am 15.09.2015 auf dem Blog von LYX Storyboard und wurde hier auf Patmo.de erneut veröffentlicht, um sicherzustellen, dass auf seinen Inhalt weiter zugegriffen werden kann.

1. Verankerung des guten Namens

Teiler

Die eigene Präsentation beeinflussft den guten Namen.Wenn der Name der Webseite den eigenen Namen oder den des gewählten Pseudonyms trägt, zahlt das positiv auf die Reputation des Namens und dessen Wiedererkennungswert ein.

Die Webseite ist dabei wie eine papierne Visitenkarte, allerdings in digitaler Form. Sie hilft dabei, Interessierten einen kurzen und informativen Überblick über sich selbst zu geben. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit ähnlich wie ein Aushängeschild über diverses andere zu berichten. Das können zum Beispiel Hinweise zu bevorstehenden Veröffentlichungen, Messebesuche oder Lesungen, aber auch Kurzgeschichten oder Leseproben und Einblicke in die eigenen Arbeitsweisen regen oft das Interesse von Lesern und zukünftigen Fans an, die dann gern und regelmäßig auf der Website vorbeischauen.

2. Daheim bin ich König

Teiler

Jeder ist für seine Webseite selbst verantwortlichSoziale Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. sind Plattformen, die es uns erlauben mit unseren Freunden oder auch mit Fans und Lesern schnell Nachrichten zu teilen. Durch Algorithmen wird dabei automatisiert (durch uns unbeeinflussbar) entschieden, was und wie viel davon bei denen wirklich ankommt, die wir damit erreichen wollen. Nicht jede von uns veröffentlichte Nachricht wird auch jedem unserer Kontakte angezeigt.

Noch schwieriger wird es übrigens, wenn der Plattformbetreiber plötzlich entscheidet, uns den Zugriff auf unser Profil oder auf unsere Facebook-Seite aus heiterem Himmel zu entziehen. So geschah es zum Beispiel im wohl bisher prominentesten Vorfall dieser Art im Februar 2012, als den Machern des offiziellen Stadtportals von München der Zugriff auf die gleichnamige Facebook-Seite ohne jede Vorwarnung seitens Facebook entzogen wurde.

So etwas kann mit der eigenen Webseite nicht passieren – es sei denn man vergisst, die Rechnung für das Hosting zu bezahlen. Aber in diesem Fall nimmt man Kontakt zu seinem Hoster auf, bezahlt den fälligen Beitrag und schon ist die Seite wieder online.

Auch beschränkt einen niemand darin, welche der eigenen Inhalte von wem gelesen werden dürfen. Hierfür ist man auf der eigenen Webseite komplett selbst verantwortlich und darf die Seite wie sein eigenes Königreich verwalten.

3. Kleider machen Leute

Teiler

Kleider machen LeuteAls Myspace damals das Licht der Welt erblickte, erlaubte es diese Community-Webseite jedem, graphische Veränderungen an seinem privaten Profil vorzunehmen und es nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Da dies schon nach kurzer Zeit dazu führte, dass übereifrige Nutzer ihre Profilseiten mit Blinky- und Stroboskop-Animations-Grafiken überbefüllten, geriet MySpace (nicht nur deswegen) ins Abseits der sozialen Netzwerke. Heutige Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google+ oder ähnliche bieten uns zumindest noch die Möglichkeit, ein eigenes Profilbild und eine eigene Kopfgrafik für das Profil einzustellen. Viel mehr Freiraum bieten diese Netzwerke allerdings kaum.

Auch das ist bei einer eigenen Webseite anders. Hier ist die Seite ein Gesamtkonzept für das man als Autor entweder selbst verantwortlich ist oder die Mithilfe eines Grafikdesigners angewandt hat.

Dabei kann gerade die Verwendung von kleinen, dezenten (vielleicht auch wiederkehrenden) Grafik-Elementen helfen, einen ersten Eindruck für die Geschichten-Welten der eigenen Bücher zu vermitteln. Das regt nicht nur die eigene Fantasie an sondern auch die der Leser und Fans.

Alle Möglichkeiten liegen also ganz in Ihrer Hand, wie sie ihre Webseite einkleiden.

4. Immer der richtige Zusammenhang

Teiler

So wie der Mond zur Erde gehört - immer der richtige ZusammenhangAlle Facebook-Nutzer kennen das Spielchen… Jeden Tag aufs Neue hat Facebook die von uns vorgenommene Einstellung „Neueste Meldungen“ wieder auf den Standard zurückgestellt und zeigt uns plötzlich Nachrichten an, die gefühlt dem letzten Jahrhundert entsprungen sind. Doch damit ist Facebook nicht allein. Auch andere soziale Netzwerke liefern Nachrichten so aus, wie sie für uns deren Wichtigkeit entschieden haben. Dabei können einzelne aber zusammengehörige Beiträge schon mal aus ihrem Gesamtzusammenhang gerissen werden.

Auf der eigenen Webseite entscheidet man selbst, welcher Inhalt und welcher Beitrag wo erscheint. Hat man sich zum Beispiel für eine Blog-Form als eigene Webseite entschieden, bleibt der chronologische Zusammenhang auch Tage, Wochen und Monate später noch unverändert. Kein Algorithmus funkt dazwischen und würfelt die Chronologie ungefragt durcheinander, nur weil ein älterer Beitrag für den Besucher interessanter sein könnte als der gerade aktuelle. Doch wenn ein Besucher diesen Beitrag wirklich finden will, kann dieser einfach die Suchfunktion der eigenen Webseite bemühen und gelangt so ebenso schnell zu diesem Inhalt. Darüber hinaus können Beiträge kategorisiert und verschlagwortet werden, die das Finden dieser Beiträge noch einmal beschleunigen.

Sicher kann man jetzt sagen, dass es in den sozialen Netzwerken ja auch eine Suchfunktion und sogenannte Hashtags (Schlagworte der Sozialen Medien) gibt, aber letztendlich sortiert in den sozialen Netzwerken wieder ein personalisierter Algorithmus die Ergebnisse vor.

Die Webseite ist zudem das Zentrum für alle Informationen, der Knotenpunkt an dem alle Fäden wieder zusammenlaufen oder von wo aus sich die Informationen in alle anderen Netzwerke verteilen lassen.

5. Drum wachse und gedeihe

Teiler

Drum wachse und gedeiheDie sozialen Netzwerke sind gut dazu, um Gespräche mit den Fans auf Augenhöhe zu führen. Die eigene Webseite kann dazu genutzt werde, die Fans mit Informationen aus erster Hand zu versorgen und so die Fan-Gemeinschaft nach und nach zu vergrößern. Zudem gibt es auch eine immer noch nicht zu verachtende Anzahl an Menschen, die um soziale Netzwerke einen großen Bogen machen und dort kein eigenes Profil haben.

Wer also wirklich allen Fans die gleichen Möglichkeiten bieten will, der kommt um die eigene Webseite gar nicht herum.

Hier gibt es zudem Fan-Aufbau-Möglichkeiten, die man so in den sozialen Netzwerken nicht so einfach nutzen kann. Eine der einfachsten Möglichkeiten besteht beispielsweise darin, einen Newsletter aufzubauen, der einen wirklichen Mehrwert für die Fans bietet, weil in den Newslettern vielleicht geheime Insights veröffentlich werden, die eine leicht andere Perspektive auf ein Geschehnis oder eine Figur eines eigenen Buches bieten kann. Aber auch das Einholen von Lesermeinungen durch den Einsatz von Vorab-Lese-Auszügen kann dazu beitragen.

Die Autorin Eliza Hill schreibt zum Beispiel auf Ihrer Autorinnen-Webseite gerade den Fortsetzungs-Liebesroman „Von Diven und Parkplatzhypochondern“ und erhält mit jeder neuen Veröffentlichung auch schnelles Feedback von ihren Lesern.

Fazit

Teiler

Das waren also die 5 guten Gründe, warum es wichtig ist auf eine eigene Autorenwebseite zurückzugreifen. Es gibt sicher noch mehr gute Gründe, aber die hier aufgeführten zielen besonders auf die Bereiche ab, die einem dabei helfen, sich selbst und das eigene Buch oder die Bücher besser zu präsentieren.

Noch in diesem Monat erscheint auf meiner Webseite Patmo.de ein Artikel, der an diesen hier anknüpft. Es geht darin um „5 Dinge, die man keinesfalls auf seiner Autorenwebseite machen sollte“.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit einen kleinen Einblick zur besseren Sichtbarkeit im großen Bücherozean des Internets geben. Als nicht zu vergessenden Bonus-Grund sei an dieser Stelle noch die Möglichkeit der Suchmaschinenoptimierung der eigenen Webseite genannt, die ebenfalls zu einer besseren Sichtbarkeit verhilft. Hierzu wird es aber aufgrund der Fülle an Informationen einen eigenen Artikel geben.

Schreiben Sie mir gern über Ihre Erfahrungen mit der eigenen Autorenwebseite und gern auch Feedback oder Kritik zu diesem Artikel.

Schreiben Sie gut! Wir lesen uns!